Escape Room

(USA 2017)

Was will der Regisseur Will Wernick uns eigentlich erzählen? Dass die Spaßgesellschaft lächerlich, dass jeder einzelne manipulierbar, dass unsere Gesellschaft verrottet ist? Nach einer langen Exposition, in der ein Pärchen zu seiner 30, Geburtstagsfeier in einem In-Club in LA fährt und sie (Annabelle Stephenson) ihm (Evan Williams) ein spezielles Geburtstagsgeschenk verspricht kommt man nach ein paar verstörenden Elementen mit seinen Freunden zusammen, verlost die Zeche (vierstellig) und wird dann zu einem Escaperoom gefahren, auf den sie auf mysteriöse Weise gestoßen ist. Gut, gemeinsam die Rätsel zu lösen macht eigentlich Spaß, aber irgendwie landen alle in einzelnen Räumen und da man von einer Limousine mit abgedunkelten Scheiben zu dieser Location gefahren worden ist und man nur mit Augenbinden den Wagen verlassen darf und die Handys abgeben muss, wird es dann doch allen ein wenig unheimlich und der Film fällt in sein erstes logisches Loch. In ein Zimmer führen lasse ich mir ja noch eingehen, aber das Anlegen eines Keuschheitsgürtel für ihn und das mit Handschellen auf verdrehte Art aneinanderfesseln für ein anderes Pärchen ohne dass die betreffenden es merken, das ist schon ziemlich weit hergeholt.Aber was will ein Regisseur schon sonst machen, wenn er an die Saw-Reihe anknüpfen will.


Gut, unser Geburtstagskind und zwei der Paare schaffen es als Team zusammenzukommen, nur um festzustellen, dass sie nackt in einem Käfig sitzt und für sie ein Countdown läuft. Dass sich das jüngere Pärchen aber für Intimitäten in einen der Räume zurückgezogen hat, denn man plötzlich nicht mehr betreten kann, endet für dieses tödlich, der andere Mann stirbt bei dem Versuch über einen Lüftungsschacht weiter zu kommen, den letzten beißen halt die Hunde. Seine Partnerin wird beim Öffnen der letzten Tür zum letzten Rätsel vom Geburtstagskind getrennt. Und dieses wird in eine primitiven Videokonferenz mit seiner Freundin verbunden, worauf sie sich Vorwürfe wer denn an dieser Gesamtsituation schuld sei machen können, klassische „Beziehungsarbeit“ eben. Der Witz ist, dass beiden klar ist, dass hier wohl nur einer lebend rauskommt. Beide entscheiden sich dann in letzter Sekunde doch für ihn, aber das ganze war ein abgekartetes Spiel, er wird von Stahlstiften durchbohrt und ihr Käfig öffnet sich und sie tritt nackt auf die einsame Straße und ruft von einer Telephonzelle aus die Polizei an, nur um im Telephongespräch beim Spielleiter zu landen.Vom optischen Eindruck macht der Film einiges her[1], allerdings sind die schauspielerischen Leistung vor den Kamera schwach. Vielleicht wollte Wernicke seine eigene Horrorreihe starten, aber in den letzten neun Jahren kam da (zum Glück?) nichts nach.

 Aus unerfindliche Gründen taucht dieser Film regelmäßig auf den Privatsendern (und entsprechenden Mediatheken) auf. Vielleicht findet irgendein Programmplaner (oder der entsprechende Algorithmus,oder sollte ich Algoreithmus schreiben) eine nackte schlanke Blondine erniedrigt im Käfig einfach geil? Ich rate ab.

[1] Production Design Christian Marcus, Kamera: Jason Goodell    


IMDB-Link:  https://www.imdb.com/title/tt5159414/reference/

Die Indexierung befindet sich hier: https://verfuehrungzumfilm.wixsite.com/exkursionen/post/escape-room

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