
(USA 1954)
1949 war ein gefährliches Jahr für die US-Navy, denn sie drohte mal wieder dem Frieden zum Opfer zu fallen. Die politische Führung hatte entschieden, dass die neugegründete Luftwaffe mit ihrer Atombombe den klassischen Auftrag der Powerprojektion übernehmen sollte, die „Bombermafia“ um General Curtis LeMay hatte doch den alten verfehlten Traum des Billy Mitchell verwirklicht. Der Plan, einen Superflugzeugträger, von dem auch damalige Atombomber hätten starten können, wurde vom Parlament gestoppt und es gab ernsthafte Pläne die Flugzeugträger, die seit 1938 gebaut worden waren und den zweiten Weltkrieg im Pazifik gewonnen hatten, einzumotten um dadurch viel Geld sparen zu können. Und dann plötzlich retteten Stalin, Mao und Kim Il Sung die US-Navy vor der Bedeutungslosigkeit in dem sie versuchten das geteilte Korea als kommunistische Volksrepublik zwangswiederzuvereinen.

Trotz leichter Luftüberlegenheit der US-Airforce von Flughäfen in Japan aus, erwies sich das nordkoreanische Militär als kaum zu stoppen. Man benötigte dazu dann natürlich die auf den Flugzeugträgern stationierten Flugzeuge der US-Navy, die bei weitem geringere Anflugzeiten für die klassischen Aufgaben der Luftnahunterstützung und Interdiktion übernehmen konnten. Sämtliche Planungen für eine Außerdienststellung schneller schwerer Überwassereinheiten waren danach erstmal Makulatur. Aber der Koreakrieg verwandelte sich, nachdem die Front von der Südspitze fast bis zum Yalu gewandert war dann doch wieder zu einem klassischen Stellungskrieg entlang des 38. Breitengrades, wo auch heute noch die „Grenze“ bzw. Waffenstillstandslinie aka JSA liegt. Heute ist dieser Krieg verdrängt, der Stellvertreterkrieg in Vietnam mit seinen Traumata hat ihn fast komplett aus der öffentlichen Wahrnehmung verdrängt. Gut, fast jeder kennt noch M.A.S.H., sei es vom Fernsehen oder als Film von Robert Altman, doch in den 1950ern war das ein heißes Thema, wie diese Romanverfilmung zeigt.

Leutnant Brubaker (William Holden) ist eigentlich Rechtsanwalt, doch vor Abschluss seines Studiums flog er im zweiten Weltkrieg für die Marine und jetzt ist er wieder reaktiviert worden und muss sein Leben riskieren um Bomben auf nordkoreanische Stellungen zu werfen, war eine Landung mit einem Propellerflugzeug auf einem Flugzeugträger nicht einfach, hat der technische Fortschritt durch die höheren Geschwindigkeiten, die die neuen Jets erreichen können, das Risiko bei den Landungen auf den Flugdecks deutlich erhöht[1]. Entsprechend häufig kommt es vor, dass Piloten aus den kalten Gewässern der chinesischen See herausgefischt werden, wozu immer Rettungshubschrauber bereit stehen. Forney (Mickey Rooney) fliegt so einen und der ist aber regelmäßig in Hafenschlägereien verwickelt, was dazu führt, dass Brubaker ihn auf Kosten von kostbarer Zeit mit seiner Gattin (Grace Kelly) aus dem Arrest der Hafenpolizei im noch amerikanischen besetztem Japan abholen muss Wieder im Einsatz wird das nächste Infrastrukturziel wieder ins Auge gefasst, die titelgebenden Brücken von Toko-Ri. Brubaker kennt sie bereits von Aufklärungsflügen und ist auch beim nächsten Angriff mit dabei, dabei wird sein Flugzeug beschädigt, dass er nicht mehr die rettende See erreicht sondern in Nordkorea notlanden muss. Forney probiert ihn zwar auszufliegen, aber auch sein Hubschrauber fällt nordkoreanischen Feuer zum Opfer. Im infanteristischen Kampf fallen alle Amerikaner, die Luftnahunterstützung durch Staffelkameraden kommt zu spät und der kommandierenden Admiral des Trägerverbandes (Frederic March) fragt sich, was denn das für Männer sind, die da verheizt werden.

Auch James A. Michener stellt sich diese Frage in seinem 1953 erschienen Roman mit der Frage des Reserveoffiziers, der in den Kampfeinsatz muss, während die aktiven Truppen im „friedlichen“ Atlantik sitzen. Die Antwort wird nicht gegeben, aber heute weiß man, dass diese für den Einsatz in Europa zurückgehalten wurden, sollte sich Stalin doch entscheiden, Berlin komplett in seinen Herrschaftsbereich einzugliedern. Ihm als in ehemaligen Hochschullehrer, der während des zweiten Weltkrieges freiwillig als Offizier zur Marine ging, war das Umfeld über das er hier schrieb wohl bekannt. Er war durch alle möglichen Stationen gekommen, was auch daran lag, dass ihn seine Vorgesetzten für einen Verwandten des Admirals Mitchers hielt und er sie wohlweislich in ihrem Irrtum beließ. Der Flugzeugträger, auf dem unsere Helden stationiert sind, heißt zumindest im Buch und in der Originalfassung USS Savo. Uns sagt dieser Name nichts, aber für die damalige amerikanische Bevölkerung stand diese kleine Insel vor Guadacanal als die größte Niederlage der US-Navy nach dem Überfall auf Pearl Harbor, als binnen einer knappen halben Stunde eine japanische Kreuzerflottile drei amerikanische Versenkte und zwei weitere, schwer beschädigte, so dass der australische später selbst versenkt werden musste.
Die US-Navy unterstütze diesen Film mit der USS Oriskany und den auf ihr stationierten F-9F Panthers[2], eine ähnliche Unterstützung ging auch an den um die selbe Zeit entstanden Men of the Fighting Lady, ebenfalls auf einer Story von James A. Michener basierend. Das Thema eines Piloten der sich plötzlich im Dreck mit gegnerischen Soldaten herumschlagen muss, ist, mit einem weit optimistischeren Ende auch ein Thema in John Milius The Flight of the Intruder, aber dieser Film zielt in eine völlig andere Richtung.

[1] Das Schräglandedeck wurde von den Briten während des Koreakriegs entwickelt und die amerikanischen Flugzeugträger wurden erst 1955 entsprechend umgebaut.
[2] Im Buch sind es keine nur mit ungelenkten Raketen bewaffneten leichten Jäger sonder die schweren F-2H Banshees, die problemlos auch die Bomben zur Zerstörung der Brücken trgen konnten – entsprechen sieht man im Film nur das Niederhalten der örtlichen Flak.

IMdB-Link: https://www.imdb.com/title/tt0046806/reference/
Die Indexierung befindet sich hier: https://verfuehrungzumfilm.wixsite.com/exkursionen/post/ie-br%C3%BCcken-von-toko-ri
