
(USA 1960)
Der Admiral, in dem es in diesem Film geht, ist einer der großen amerikanischen Admirale des Pazifikkrieges, der sich durch seine hohe Agressivität, nicht umsonst zitiert William Halsey (James Cagney) an einer Stelle Horatio Nelson, der der Ansicht war, kein Kapitän könne falsch handeln, wenn die eigenen Rahen die des Gegners vom Maste reißen, auszeichnete. Wer hier aber einen Film mit Seeschlachten erwartet, liegt völlig falsch. Schauspieler James Cagney und Regisseur Robert Montgommery betrachten nur knappe fünf Wochen aus der Karriere Halseys und nehmen sich da auch noch die künstlerische Freiheit es mit dem realen Zeitablauf nicht zu genau zunehmen, wenn sie sich auf die Wende in der Schlacht um Guadacanal beschränken. Wir erleben dies so mit, wie es Halsey als Oberbefehlshaber der alliierten Seestreitkräfte vom Vorabend des Antreten des Kommandos Mitte Oktober 1942 bis nach dem „Tanz der Schlachtschiffe“ am 14. November 1942 die Wende von der drohenden Niederlage bis zur endgültigen Stabilisierung der Situation, die dann im Februar des nächsten Jahres zum Rückzug der verhungernden japanischen Soldaten führen sollte – die Inselkette der Salomonen sollte noch bis 1945 Kampfgebiet bleiben, einzelne versprengte Soldaten legten die Waffen erst in diesem Jahrtausend nieder.

Entsprechend kommen wir eigentlich nie aus Kabinen, Messen und Konferenzräumen heraus, von einer Beobachtungstour auf Guadacanal mit Sicherheitsabstand zu Hauptkampflinie (vielleicht 200 Meter im Dschungel) und einem nächtlichen Bombenangriff, bei dem Halsey dann, als die Einschläge näher rücken doch im ersten freien Behelfsbunker, der Latrine, Deckung sucht, und einem Strandbesuch auf Numea, zum Glück gibt es dort Krankenschwestern, sonst käme dieser Film komplett ohne Frauen aus, abgesehen[1].
Ja, man muss natürlich auch auf die Gegenseite sehen, deswegen wird uns auch Admiral Yamamoto (James T. Goto) gezeigt, natürlich auch nur in seinem Hauptquartier, und da jeder Spielfilm, auch wenn er semidokumentarisch ist, einen Sieg über seinen Gegenspieler braucht, schreibt man natürlich das Ende von ihm und seinen Stab auf einer Inspektionstour auch noch zeitgleich in den Film hinein auch wenn das in Realität erst 1943 geschah. Sinnigerweise lief die japanische Filmbiographie Isoroku von 2011, die sich seinem Leben widmet in Deutschland auch unter dem Titel der Admiral.
Dafür, dass er Film von der Marine unterstützt wurde, ist nur sehr wenig von der materiellen Überlegenheit zu sehen, Halseys Flaggschiff in Numea war ein Tender, also ein besserer Frachter der für Versorgungs- und Hauptquartiersfunktionen ausgestattet war, und durch die Auswahl des Zeitpunktes musste man keine Rücksicht auf seine drei großen Fehlentscheidungen von 1944, und 1945 Rücksicht nehme, auch wenn das durch sein Verhalten gegenüber seinem Freund Admiral Ghormley (Carl Benton Reid) , dessen Kommando er zu Beginn des Filmes übernimmt durchaus angedeutet wird, denn die gleiche Loyalität zeigte er auch gegenüber seinem Meteorologen, der zweimal dafür sorgte, dass seine Flotte durch das Auge eines Taifun zog, was zu fast 800 Toten und drei gesunkene Zerstörer führte[2].
Robert Montgommery, der ja selbst als Schauspieler aktiv war – man denke an Torpedoboote vor Bataan – hatte sich ja als Schauspieler in Filmen, in denen er selbst die Regie führte immer ein wenig zurückgenommen, siehe die Dame im See, ist auch hier nur als Erzähler zu hören.

[1] Was es für die Beteiligten wirklich hieß, da hautnah dabei zu sein, dass erfährt man als Zuschauer weit eher in Filmen wie Fünf Helden oder The Thin Red Line.
[2] Kamikaze heißt auf japanisch göttlicher Wind, in Erinnerung and die Winde die im 12. Jahrhundert zwei mongolische Invasionsflotten zerstörten. Zumindest Taifun Cobra und Connie haben diese Hilfe nocheinmal gebracht, aber vielleicht ist der Götterbote auf dem Weg von Kyoto zur Sonnengöttin auch im Hofbräuhaus hängengeblien, als er von der Stabilität von Schiffbaustahl berichetn sollte.

IMDB-Link: https://www.imdb.com/title/tt0053849/reference/
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